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Nichts als die Wahrheit

Dieser Text argumentiert, dass Fotojournalist*innen als ein Netzwerk vertrauenswürdiger Zeug*innen angesehen werden können, die kollektiv Zeugnis ablegen und für eine Vielzahl verschiedener Situationen Beweise liefern. Die fotojournalistische und dokumentarfotografische Praxis dient demnach dazu, das moralische Gedächtnis einer Gesellschaft zu stärken, indem sie durch einfallsreiche, emotionale und evidenzbasierte Impulse Debatten, Diskussionen, Rückblicke, Verständnis oder auch Empathie anregt. Fotojournalist*innen legen globale Muster von Missbrauch offen und stellen, indem sie Zeugnis von sozialen Ungerechtigkeiten ablegen, allein oder als Kollektiv wesentliche Glieder in der Kette an Informationen über die Welt dar. Der Wert der Fotografie ist nicht isoliert zu betrachten, als ob sie, positiv wie negativ, in einem kontextuellen, von der Wirkweise und den Auswirkungen verwandter Medien und Kommunikationsformen losgelösten Vakuum aufträte. Sie ist vielmehr als Teil einer Evidenz-Ökologie anzusehen, innerhalb derer eine Vielzahl an Quellen miteinander in Bezug gesetzt werden können, um eine Situation nuancierter zu interpretieren.

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