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image/con/text
Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs

Jenseits des Anspruchs an eine eindeutige Seh- und Lesbarkeit thematisiert eine Vielzahl aktueller dokumentarischer Diskurse ihre eigene Kontextualität als Voraussetzung von Bedeutungskonstitution und Wirksamkeit. Bedeutung stellt sich für sie über jeden Publikationskontext, mit jeder Rezeption, mit jeder Les- und Sichtart her, ist nicht fix, sondern fluide, zirkuliert und migriert. In der Kombination verschiedener Formen der Dokumentation und Zeugenschaft setzen aktuelle Projekte daher verstärkt auf Bild/Text-Kombinationen und deren Komplementarität. Dabei reflektieren sie, dass kein Dokument, kein Zeugnis von sich aus unmittelbare Evidenz vermitteln kann, sondern immer auch die Möglichkeit der Fiktion beinhaltet.
Über die Idee eines Vergleichs der Medien von Bild und Text hinaus möchte das Symposium die Gesamtheit und Komplexität der Relationen von Bild und Text in Projekten insbesondere aus dem Bereich Fotobuch, aber auch im Film, Multimedia, Comic und den Erzählformen des Archivs untersuchen. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, welche Auswirkungen die ‚Vernähung von Bild und Text‘ auf Konzeptionen von Zeugenschaft und Dokumentarismus hat. Kann die Idee der Komplementarität der Zeugnisse die Kluft zwischen Positionen absolutierter Wahrheit und Relativismus navigieren?

Das Symposium „image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs“ findet am 29. und 30. Oktober 2019 in Hannover an der Fakultät III, Medien, Information und Design, der Hochschule Hannover statt.


Images in Conflict / Bilder im Konflikt

„This is not a book only about the representation of conflict. A better way to think of it is as a thoughtful study of imagery in transition during a period of cultural instability, using conflict as the common, unifying context that brings together a disparate collection of thinkers and practitioners and delivers new insight into how images matter.“

(Stephen Mayes, Executive Director Tim Hetherington Trust)

Fotografische und filmische Bilder von Krisen- und Konfliktsituationen verändern sich in Ästhetik und Gebrauchsweisen – und geraten damit selbst ins Visier. Zum einen haben sich im Zuge der digitalen Entwicklungen die Möglichkeiten der Bildproduzent*innen und die Distributionskanäle von Bildern vervielfältigt. Das erweitert Perspektiven und ermöglicht neue Erzählformen. Zum anderen geht damit eine Erschütterung des klassischen bildjournalistischen Selbstverständnisses einher. Es wird hinterfragt, inwieweit Fotografien noch als Zeugnisse wirken können. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrheitsansprüchen zwischen Authentizität, Dokumentation und Propaganda. Ihre Kontextualisierungen und Rahmungen stellen Bedeutungen her – und erfordern Reflexion. Die Publikation ‚Images in Conflict – Bilder im Konflikt‘ widmet sich dem Verhältnis von Konflikten und ihrer Medialisierung und richtet dabei den Fokus auf aktuelle Visualisierungsstrategien und ‚Bilderkriege‘.

Mit Text- und Bildbeiträgen von:
Dona Abboud, Christoph Bangert, Lars Bauernschmitt, Ann-Christin Bertrand, Vera Brandner, Adam Broomberg und Oliver Chanarin, Edmund Clark, Emma Daly, Michael Ebert, Susanne von Falkenhausen, Karen Fromm, Ziyah Gafić, Sophia Greiff, Dirk Gieselmann und Armin Smailovic, Tim Hetherington, Tony Hicks, Ilaria Hoppe, Geert van Kesteren, Felix Koltermann, Susanne Krieg, Paul Lowe, Stephen Mayes, Philipp Müller, Rolf F. Nohr, Fred Ritchin, Valeria Schulte-Fischedick, Anna Stemmler, Friedrich Weltzien, Donovan Wylie.